23 August, 2026
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Trockenpflaumen: Wirkung, Nutzen und mögliche Nebenwirkungen im Überblick

Trockenpflaumen: Wirkung, Nutzen und mögliche Nebenwirkungen im Überblick

Trockenpflaumen zählen zu den wenigen Trockenfrüchten, die es aus der Küche heraus bis in ernstzunehmende klinische Studien geschafft haben. Untersucht wurden sie nicht nur als klassisches Hausmittel „für die Verdauung“, sondern auch als möglicher Baustein für die Knochendichte von Frauen nach den Wechseljahren – ein Thema, das Millionen Menschen weltweit beschäftigt. Gleichzeitig sind Trockenpflaumen kalorienreich und enthalten viel Zucker. Genau hier stellt sich die entscheidende Frage: Wie viel darfst du bedenkenlos essen, ohne dass es sich auf Figur und Blutzucker auswirkt?

Was sind Trockenpflaumen wirklich?

Trockenpflaumen sind keine eigene Frucht, sondern getrocknete Zwetschgen einer bestimmten Sorte (botanisch: Prunus domestica) – genauer: der Hauszwetschge, einer europäischen Pflaumensorte. Sie enthält von Natur aus viel Zucker, trocknet deshalb gut und verdirbt dabei – anders als die meisten anderen Pflaumensorten – nicht. Genau diese Eigenschaft macht die Zwetschge zur „Trockenpflaume“: Die Frucht behält beim Trocknen ihre feste Struktur, zerfällt nicht und wird nicht sauer.

In Trockenpflaumen steckt eine wirkungsvolle Kombination aus drei Stoffen:

  • Ballaststoffen – unverdaulichen Nahrungsfasern, die der Körper nicht aufspalten kann, von denen sich aber die nützlichen Darmbakterien „ernähren“;
  • Sorbit – einem natürlichen Zuckeraustauschstoff mit milder abführender Wirkung;
  • Polyphenolen – pflanzlichen Antioxidantien, die Zellen vor Schäden schützen.

Genau diese Kombination – und nicht ein einzelner „Wunderstoff“ – erklärt, warum Trockenpflaumen seit Jahrzehnten im Fokus der Forschung zu Verdauung und sogar Knochengesundheit stehen.

Im Unterschied zu vielen anderen Trockenfrüchten, die Hersteller zusätzlich süßen, werden klassische Trockenpflaumen ohne Zuckerzusatz getrocknet – der gesamte süße Geschmack und die Kalorien stammen aus dem eigenen Fruchtzucker der Frucht. Wenn du eine Trockenpflaume in der Hand hältst, hältst du im Grunde eine konzentrierte Zwetschge: Das Wasser wurde entzogen, die übrigen Nährstoffe blieben in kleinerem Volumen erhalten – deshalb sind sie in der Trockenpflaume „dichter“ als in der frischen Frucht.

Nährwerte auf einen Blick

NährwertWert pro 100 g% NRV*Kommentar für die Leser:innen
Energie240 kcal12 %Etwa so viel wie ein kleiner Müsliriegel
Eiweiß2,2 g4 %Geringfügige Eiweißquelle
Fett0,4 g< 1 %Praktisch fettfrei
Kohlenhydrate63,9 g25 %Überwiegend natürlicher Fruchtzucker
– davon Zucker38,1 g42 %Fruktose und Glukose der Frucht, ohne Zuckerzusatz
Ballaststoffe7,1 g≈ 24 %**Fast ein Viertel der empfohlenen Tageszufuhr in einer Portion
Kalium732 mg37 %Mehr als in der gleichen Menge Bananen
Vitamin K59,5 µg79 %Fast vier Fünftel der Referenzmenge – wichtig für die Blutgerinnung
Kupfer0,28 mg28 %Etwa so viel wie eine kleine Handvoll Cashewkerne; wichtig fürs Nervensystem
Magnesium41 mg11 %Unterstützt Muskel- und Herzfunktion
Vitamin B20,19 mg14 %Beteiligt am Energiestoffwechsel
Vitamin B60,21 mg15 %Wichtig für das Nervensystem

*Referenzmenge (NRV) nach Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 – der EU-weit einheitlichen Kennzeichnungsgrundlage. **Für Ballaststoffe existiert keine offizielle NRV; als Orientierung dient die von der DGE empfohlene Tagesmenge von ca. 30 g.

Was das in der Praxis bedeutet: Eine Portion von 4–5 Früchten (etwa 40 g) liefert rund 96 kcal – etwas weniger als ein Stück Zartbitterschokolade –, deckt aber fast ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin K und mehr als ein Zehntel des Kaliumbedarfs. Die Besonderheit von Trockenpflaumen ist ihre hohe „Zuckerdichte“: Auf 100 g kommt so viel Zucker wie in drei bis vier frischen Zwetschgen – deshalb ist die Portionsgröße hier besonders wichtig.

Nutzen für deinen Körper

Reguliert die Verdauung – wissenschaftlich mehrfach belegt

Das ist wohl der am besten untersuchte Effekt von Trockenpflaumen. In einer randomisierten kontrollierten Studie (Teilnehmende werden per Zufall Gruppen zugeteilt, damit das Ergebnis möglichst aussagekräftig ist) wurden Menschen mit chronischer Verstopfung in zwei Gruppen geteilt: Die einen aßen zweimal täglich 50 g Trockenpflaumen, die anderen nahmen Flohsamenschalen (Psyllium) – ein verbreitetes Ballaststoffpräparat gegen Verstopfung. Ergebnis: Trockenpflaumen erhöhten die Stuhlfrequenz bereits nach einer Woche, nach sieben Wochen war der Unterschied zwischen den Gruppen noch deutlicher.

Als Wissenschaftler:innen die Ergebnisse mehrerer solcher Studien zusammenfassten, zeigte sich: 100 g Trockenpflaumen täglich über drei Monate verbessern Häufigkeit und Konsistenz des Stuhlgangs sogar etwas stärker als Flohsamenschalen.

Warum das funktioniert: Zwei Mechanismen wirken zusammen – Ballaststoffe, die dem Stuhl Volumen geben, und Sorbit, ein natürlicher Zuckeralkohol, der im Darm schlecht aufgenommen wird und dort Wasser bindet, wodurch der Stuhl weicher wird. Stell dir einen Schwamm vor: Ballaststoffe und Wasser geben dem Stuhl „Form“ und machen ihn weicher und leichter passierbar. Zusammen wirken diese beiden Mechanismen sanfter als Abführmittel – deshalb gelten Trockenpflaumen bei leichter bis mittelschwerer Verstopfung häufig als erste, mildere Option, bevor Präparate aus der Apotheke zum Einsatz kommen.

Kann die Knochendichte nach den Wechseljahren unterstützen

Das ist einer der seltenen Fälle, in denen ein „Hausmittel“ eine ernstzunehmende wissenschaftliche Grundlage bekommen hat. Die bislang größte und methodisch stärkste Studie zu diesem Thema lief ein volles Jahr und umfasste 235 postmenopausale Frauen im Alter von 55 bis 75 Jahren, die per Zufall den Gruppen zugeteilt wurden – das erhöht die Aussagekraft der Ergebnisse. Die Teilnehmerinnen wurden in drei Gruppen geteilt: ohne Trockenpflaumen, mit 50 g täglich und mit 100 g täglich; alle erhielten zusätzlich die übliche Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr. Nach einem Jahr hatte sich die Knochendichte am Oberschenkelhals bei den Frauen ohne Trockenpflaumen verringert, während sie in den beiden anderen Gruppen stabil blieb.

Später untersuchten dieselben Wissenschaftler:innen auch das Schienbein (den Unterschenkelknochen, der beim Gehen die Hauptlast trägt) – und stellten fest: Bei den Frauen, die Trockenpflaumen aßen, blieb der Knochen nicht nur gleich dicht, sondern hätte laut den Berechnungen der Forschenden auch mehr Belastung ausgehalten, war also stabiler. Als mögliche Ursache vermuten die Forschenden die Polyphenole der Trockenpflaume: Laborbefunden zufolge scheinen diese pflanzlichen Verbindungen den natürlichen Knochenabbau zu bremsen und gleichzeitig die Zellen zu unterstützen, die neue Knochensubstanz aufbauen. Das bedeutet nicht, dass Trockenpflaumen eine Osteoporose-Behandlung ersetzen – als Ergänzung im Speiseplan von Frauen mit erhöhtem Risiko haben sie aber eine reale Datenlage hinter sich.

Kaliumquelle für Herz und Muskeln

100 g Trockenpflaumen enthalten mehr Kalium als die gleiche Menge Bananen – die Frucht, die hierzulande traditionell als Kalium-Klassiker gilt. Kalium ist ein Mineralstoff, der den Flüssigkeitshaushalt in den Zellen reguliert und zu einer normalen Herzmuskelfunktion sowie zur normalen Weiterleitung von Nervensignalen beiträgt. Studien zeigen: Je mehr Kalium jemand aufnimmt, desto leichter fällt es dem Körper, den Blutdruck im normalen Bereich zu halten – besonders bei einer salzreichen (natriumreichen) Ernährung, wie sie heute häufig vorkommt.

Antioxidativer Zellschutz

Trockenpflaumen gehören zu den Trockenfrüchten mit der höchsten antioxidativen Aktivität – dank einer hohen Konzentration an Polyphenolen, insbesondere Neochlorogen- und Chlorogensäure. Einfach gesagt: Antioxidantien helfen den Zellen, nicht zu „rosten“ – sie neutralisieren freie Radikale, instabile Moleküle, die im Körper auf natürliche Weise entstehen und mit der Zeit Gewebe schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen. Durch das Trocknen ist die Konzentration dieser Verbindungen in der Trockenpflaume höher als in der frischen Zwetschge derselben Sorte.

Wirkt sich trotz süßem Geschmack sanft auf den Blutzucker aus

Das klingt paradox, ist aber so: Trotz des hohen Zuckergehalts haben Trockenpflaumen einen vergleichsweise niedrigen glykämischen Index (GI – ein Maß dafür, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel nach dem Essen ansteigen lässt). Das liegt am hohen Ballaststoffgehalt, der die Zuckeraufnahme ins Blut verlangsamt: Statt eines steilen Glukoseanstiegs, der schon nach einer Stunde wieder Hunger auslöst, führen Trockenpflaumen zu einem sanfteren Anstieg. Das ist kein Freifahrtschein für unbegrenzten Verzehr bei Diabetes, aber ein Argument dafür, dass sie in moderater Menge verträglicher sind als klassische Süßigkeiten.

Nebenwirkungen und Risiken

Verdauungsbeschwerden bei zu großen Mengen

Genau der Sorbitgehalt, der bei Verstopfung hilft, kann in großen Mengen den gegenteiligen Effekt haben – Durchfall, Blähungen und Bauchkrämpfe. In Studien, in denen Teilnehmende täglich 100 g Trockenpflaumen aßen, berichtete ein Teil von leichten Beschwerden und häufigerem Stuhlgang als angenehm. Das betrifft vor allem Menschen, die Trockenpflaumen bisher nicht regelmäßig gegessen haben und direkt mit einer großen Portion starten – der Körper braucht Zeit, sich an die höhere Ballaststoffzufuhr zu gewöhnen.

Belastung für den Blutzucker bei Diabetes

Trotz des vergleichsweise niedrigen glykämischen Index bleiben Trockenpflaumen ein Lebensmittel mit hoher Zuckerkonzentration auf kleinem Raum – eine Handvoll Trockenfrüchte ist deutlich schneller gegessen als die gleiche Menge frischer Zwetschgen. Menschen mit Diabetes sollten Trockenpflaumen in die Kohlenhydratbilanz einrechnen und die Portion im Blick behalten, statt sich allein auf den „niedrigen GI“ als Freifahrtschein zu verlassen.

Ungewollte Gewichtszunahme bei unkontrolliertem Verzehr

240 kcal pro 100 g sind zwei- bis dreimal so viel wie bei frischen Zwetschgen desselben Gewichts – einfach, weil dem Produkt Wasser entzogen wurde und eine konzentrierte Zuckermasse übrig bleibt. Eine Handvoll Trockenpflaumen ist erstaunlich schnell gegessen, und wer sie isst, ohne die Kalorien mitzudenken, sammelt über den Tag leicht ein Kalorienplus an.

Risiko bei Reizdarmsyndrom (RDS)

Trockenpflaumen zählen zu den Lebensmitteln mit hohem FODMAP-Gehalt – ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Kohlenhydraten (darunter bestimmte Zuckerarten), die der Darm schlecht verdaut, wodurch sie „gären“ und Blähungen sowie Völlegefühl verursachen. Bei Menschen mit diagnostiziertem Reizdarmsyndrom verstärken Trockenpflaumen die Symptome – Blähungen, Unwohlsein, unregelmäßiger Stuhlgang – häufig schon in kleinen Mengen. In diesem Fall lohnt sich ein Gespräch mit einer gastroenterologischen Praxis oder einer Ernährungsfachkraft, ob und in welcher Menge Trockenpflaumen infrage kommen.

Reaktionen auf Schwefelverbindungen bei behandelter Ware

Ein Teil der im Handel erhältlichen Trockenpflaumen wird mit Schwefeldioxid behandelt – das erhält die Farbe der Frucht und verlängert die Haltbarkeit. Bei Sulfitempfindlichkeit (einer Empfindlichkeit gegenüber Schwefelverbindungen, die als Konservierungsstoff eingesetzt werden) kann das allergieähnliche Reaktionen auslösen – von Hautausschlag bis zu Atembeschwerden, besonders bei Asthma. Nach EU-Kennzeichnungsrecht muss Schwefeldioxid ab einer bestimmten Menge als Allergen auf der Verpackung angegeben werden. Wenn du früher schon einmal auf Trockenfrüchte reagiert hast, greif lieber zu ungeschwefelter Ware oder frag beim Hersteller nach.

Für wen sich Trockenpflaumen besonders eignen

  • Frauen in den Wechseljahren und danach: Eine Portion von 50 g täglich (etwa 5–6 Früchte) entspricht der Menge, die in klinischen Studien zur Knochendichte getestet wurde – und erwies sich zugleich als realistischer für den dauerhaften Verzehr als die doppelte Menge von 100 g, die manche Teilnehmerinnen wegen des eintönigen Geschmacks ablehnten.
  • Menschen mit leichter bis mittelschwerer chronischer Verstopfung: Eine sinnvolle Startdosis sind 3–4 Früchte täglich, bei guter Verträglichkeit steigerbar auf 6–8 – immer mit ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt.
  • Menschen, die auf ihren Blutdruck achten: Dank des hohen Kaliumgehalts können Trockenpflaumen eine sinnvolle Ergänzung sein – vorausgesetzt, die gesamte Salzzufuhr wird ebenfalls im Blick behalten. 4–5 Früchte mehrmals pro Woche passen gut in eine ausgewogene Ernährung.
  • Sportler:innen und Menschen mit hoher körperlicher Belastung: Kalium und Magnesium unterstützen die Muskelfunktion und eignen sich als Teil eines Snacks nach dem Training, der verlorene Elektrolyte (Mineralstoffe) wieder auffüllt.

Verzehr: Menge und Formen

Die empfohlene Tagesportion für gesunde Erwachsene liegt bei 4–6 Früchten (etwa 40–50 g). Diese Menge zeigte in Studien einen stabilen positiven Effekt auf Verdauung und Knochen und lässt sich gleichzeitig problemlos in den Alltag einbauen, ohne Nebenwirkungen zu verursachen.

Verzehrshäufigkeit: täglich, als Teil einer ausgewogenen Ernährung – oder mehrmals pro Woche, wenn es weniger um einen gezielten gesundheitlichen Effekt als um Abwechslung auf dem Speiseplan geht.

Verzehrsformen

  • Trockenpflaumen pur (unbehandelt) – die konzentrierteste Form von Ballaststoffen und Polyphenolen.
  • In Wasser eingeweicht – die klassische Methode, um die Konsistenz weicher zu machen und die Sorbitkonzentration etwas zu senken, da ein Teil davon ins Wasser übergeht.
  • Als Kompott oder Sud – eine mildere Variante für alle, denen ganze Früchte schwer im Magen liegen; geeignet für Kinder und ältere Menschen.
  • Als Püree – praktisch zum Backen als natürlicher Ersatz für einen Teil des Zuckers und Fetts im Rezept.

Die besten Kombinationen für die Aufnahme

Trockenpflaumen lassen sich gut mit Eiweiß- und gesunden Fettquellen kombinieren – Nüssen, Joghurt, Haferflocken: Das verlangsamt die Zuckeraufnahme und macht den Snack sättigender. Tee oder Kaffee direkt nach dem Essen kann dagegen die Eisenaufnahme aus anderen Lebensmitteln etwas verringern – durch Tannine, pflanzliche Verbindungen in diesen Getränken, die Eisen „binden“ und seine Aufnahme erschweren. Am besten legst du 30–40 Minuten Abstand dazwischen.

Das Kochen im Kompott schadet Ballaststoffen und Kalium der Trockenpflaume kaum, verringert aber etwas den Gehalt an Vitamin C und einigen hitzeempfindlichen Polyphenolen (also solchen, die durch Wärme teilweise zerfallen) – da getrocknete Pflaumen ohnehin wenig Vitamin C enthalten, fällt der Unterschied in der Praxis kaum ins Gewicht.

Mythen und Irrtümer

Trockenpflaumen kann man bedenkenlos essen, weil sie natürlich sind

Dieser Gedanke entsteht oft im Vergleich zu „ungesunden“ Süßigkeiten – und tatsächlich bringen Trockenpflaumen im Vergleich zu Bonbons deutlich mehr Nährwert mit. Doch Natürlichkeit hebt weder Kaloriengehalt noch Zuckeranteil auf: 100 g Trockenpflaumen enthalten etwa so viele Kohlenhydrate wie eine Portion Dessert. Der Unterschied liegt darin, dass Trockenpflaumen zusätzlich Ballaststoffe, Kalium und Antioxidantien liefern – nicht darin, dass man sie unbegrenzt essen könnte. Eine moderate Portion ist die Bedingung dafür, dass der Nutzen die Risiken überwiegt.

Trockenpflaumen schaden den Zähnen wegen des hohen Zuckergehalts

Die Sorge ist nicht unbegründet – die klebrige Konsistenz von Trockenfrüchten bleibt länger an den Zähnen haften als frisches Obst, und Zucker kann zusammen mit Mundbakterien zu Karies beitragen. Studien zeigen allerdings, dass die Polyphenole der Trockenpflaume eine gewisse antibakterielle Wirkung gegen einzelne Bakterienstämme im Mundraum haben, was das Risiko teilweise abmildert. Der praktische Tipp bleibt simpel: Nach Trockenfrüchten den Mund mit Wasser ausspülen oder Zähne putzen – wie nach jedem süßen Snack.

Trockenpflaume und getrocknete Pflaume sind dasselbe, also darf man jede getrocknete Pflaume so nennen

Technisch gesehen sind Trockenpflaumen getrocknete Früchte bestimmter Pflaumensorten (vor allem der Hauszwetschge), die genug Zucker enthalten, um zu trocknen, ohne zu gären oder zu verderben. Nicht jede Pflaumensorte eignet sich dafür: Trocknet man eine gewöhnliche Tafelpflaume, verdirbt sie meist oder wird zu sauer und wässrig. Industriell hergestellte Trockenpflaumen stammen also aus bestimmten Sorten – nicht aus „irgendeiner getrockneten Pflaume“.

Trockenpflaumen wirken sofort gegen Verstopfung, wie ein Abführmittel

Der Effekt von Trockenpflaumen ist sanft und baut sich über die Zeit auf – anders als bei einem Abführmittel aus der Apotheke. In Studien zeigte sich eine spürbare Verbesserung von Häufigkeit und Konsistenz des Stuhlgangs bereits nach einer Woche regelmäßigen Verzehrs, ein stabiles Ergebnis stellte sich aber erst zwischen der dritten und siebten Woche ein. Wer eine Wirkung „über Nacht“ erwartet, wie von einem Medikament, ist schnell enttäuscht und gibt vorschnell auf – dabei würde sich das Ergebnis nach ein paar Wochen regelmäßigen Verzehrs deutlich zeigen.

Fazit

Trockenpflaumen sind eines der seltenen Beispiele für ein traditionelles Hausmittel, das eine ernstzunehmende wissenschaftliche Bestätigung bekommen hat: Studien belegen sowohl die Wirkung auf die Verdauung als auch die mögliche Rolle für die Knochendichte von Frauen nach den Wechseljahren. Gleichzeitig sind sie kein Wundermittel ohne Grenzen – der hohe Zucker- und Sorbitgehalt bedeutet, dass der Nutzen von Trockenpflaumen sich vor allem bei einer moderaten, regelmäßigen Portion zeigt, nicht beim Verzehr großer Mengen „auf Vorrat“.

Wenn du Trockenpflaumen ausprobieren möchtest, um deine Verdauung zu unterstützen oder deine Knochengesundheit zu fördern, starte mit 3–4 Früchten täglich und steigere die Menge nach und nach, je nachdem, wie dein Körper reagiert. Bei chronischen Erkrankungen – etwa Diabetes, Reizdarmsyndrom oder anderen – sprich vorher mit deinem Arzt, deiner Ärztin oder einer Ernährungsfachkraft, um die für dich passende und sichere Menge zu bestimmen.

Fragen & Antworten

Wie viele Trockenpflaumen kann ich täglich bedenkenlos essen?

Für die meisten gesunden Erwachsenen liegt die optimale Portion bei 4–6 Früchten (etwa 40–50 g) am Tag. Diese Menge bringt spürbare Vorteile für Verdauung und Knochen, ohne das Verdauungssystem zu belasten. Eine Steigerung auf 100 g täglich ist möglich, erhöht bei manchen Menschen aber das Risiko für Blähungen und weicheren Stuhl.

Darf ich Trockenpflaumen bei Diabetes essen?

In moderater Menge ja, da Trockenpflaumen dank des hohen Ballaststoffgehalts einen vergleichsweise niedrigen glykämischen Index haben. Trotzdem solltest du sie in deine Kohlenhydratbilanz einrechnen und nicht als „uneingeschränkt erlaubt“ betrachten. Die passende Portion für dich klärst du am besten mit deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.

Helfen Trockenpflaumen beim Abnehmen?

Direkte Belege dafür, dass Trockenpflaumen allein beim Abnehmen helfen, gibt es nicht. Durch den hohen Ballaststoffgehalt sorgen sie aber für ein Sättigungsgefühl und können helfen, weniger gesunde Süßigkeiten im Speiseplan zu ersetzen, solange du die Kalorienbilanz im Blick behältst. Wichtig ist, den eigenen Kaloriengehalt – 240 kcal pro 100 g – nicht zu vergessen und sie nicht „zusätzlich“ zur gewohnten Ernährung zu essen.

Dürfen Kinder Trockenpflaumen essen?

Ja, in angemessenen Mengen eignen sich Trockenpflaumen auch für Kinder, besonders als sanftes, natürliches Mittel bei gelegentlicher Verstopfung – häufig in Form von Kompott oder eingeweichtem Püree. Bei jüngeren Kindern empfehlen sich kleinere Portionen, da ihre Empfindlichkeit gegenüber Sorbit höher ist als bei Erwachsenen.

Was ist der Unterschied zwischen Trockenpflaumen und frischen Zwetschgen?

Durch den Wasserentzug sind alle Nährstoffe in der Trockenpflaume auf 100 g konzentrierter – mehr Ballaststoffe, Kalium, Polyphenole, aber auch mehr Zucker und Kalorien. Frische Zwetschgen haben pro Gewicht weniger Kalorien und mehr Vitamin C, das beim Trocknen teilweise verloren geht. Beide sind wertvoll, Trockenpflaumen sind einfach die „konzentriertere“ Version derselben Nährstoffe.

Darf ich Trockenpflaumen auf nüchternen Magen essen?

Ja, manche Ernährungsfachkräfte empfehlen das sogar gezielt für eine bessere Darmfunktion – eingeweichte Trockenpflaumen morgens auf nüchternen Magen wirken milder und schneller, weil keine andere Nahrung die Verdauung verlangsamt. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte trotzdem auf die eigene Reaktion achten, da die hohe Fruktosekonzentration auf nüchternen Magen in Einzelfällen Beschwerden auslösen kann.

Medizinischer Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Vor wesentlichen Änderungen Ihrer Ernährung oder bei chronischen Erkrankungen konsultieren Sie bitte einen Arzt oder einen zertifizierten Ernährungsberater.

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